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#1 Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von fmattes 05.10.2020 12:50

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Weitere Infos und Bilder jetzt hier im Blog: http://manufaktuhr.info/?p=8288

#2 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von kdorn 05.10.2020 14:39

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Die Lambda war ja die erste Nomos-eigene Uhr mit aufwendigem Werk und Goldgehäuse zu einem m.E. sehr hohen Preis. Ich glaube kaum, dass Käufer die Listenpreise gezahlt haben. Mir sind neue Lambdas mit Preisen unter 9000 Euro begegnet. Vermutlich hatte sich Nomos einen größeren Erfolg versprochen und vielleicht dementsprechene Rohteilmengen gefertigt.
Wenn es so sein sollte werden diese nun komplettiert und kommen in die Stahlgehäuse. Es ist ja nicht verwerflich dies zu tun. Der angegebene Preis von 5800 Euro scheint mit fair zu sein. Leider habe ich kurz nach dem Erscheinen der Gold-Lambda schon das Design kritisiert und meine Meinung hat sich nicht geändert. Die überdimensionale Gangreserveanzeige dominiert das Zifferblatt und läßt die Uhrzeit in den Hintergrund treten.
( „Neue Nomos-Lambda“ #41 vom 31.10.2013)
Aber wem es gefällt, sollte jetzt zuschlagen...
Viele Grüße
Karsten

#3 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von Ewald 05.10.2020 19:27

Karsten - @kdorn - schrieb: "... wem es gefällt, sollte zuschlagen..." -- Sehe ich genauso. Trotzdem einige meiner Gedanken.

(1) Angesichts des sehr filigranen Gehäuses dieser Uhr, ist ein Edelstahlgehäuse einem Goldgehäuse überlegen. Man stelle sich nur mal vor, der Glasring bekäme einen Schlag weg. Bei Gold würde das gleich einen neuen Ring erfordern - Edelstah hält da mehr aus und wäre als Ersatz auch bezahlbar. Oder bietet Nomos genau wie Lange und Söhne ein Auflasern von Scharten bei Goldgehäuen an?

(2) Ich sehe die das Zifferblatt dominierende Gangreserveanzeige auch sehr kritisch - schrieb darüber sogar schon vor Jahren. Auch in Uhrenzeitschriften wurde das angeführt. Aber vielleicht muss man die Gestaltung des Zifferblatts als Gesamtkunstwerk sehen und weniger als überwiegend der Zeitanzeige dienend. - Man denke sich mal in die Realität des Alltags rein: Alle Zeiger stehen irgenwie und nicht so schön, wie v. Nomos gezeigt. Gleicht das dann nicht einem Verwirrspiel?

(3) In Frage käme für mich nur das helle Zifferblatt, weil ich immer wieder die Erfahrung gemacht habe, wie oftmals bei ungünstigem Licht helle Zeiger auf dunklem Grund nicht auf Anhieb zu erkennen waren; es sei denn, sie hatten in jeder Dimension Spiegelflächen, was bei den hier vorliegenden, filigranen Zeigern nicht der Fall sein kann.

(4) Sehr merkwürdig finde ich die Abbildung der blauen Variante auf der Nomos-Seite mit schwarzem Lederband. Das geht m. E. gar nicht. Zwar sollte ein Lederband zu Schuhen und Gürtel passen, aber bei schwarz doch nicht zu einem blauen Zifferblatt. - Bei einer so teuren Uhr muss es schon perfekt sein. Eventuell ein dunkelbraunes Band zu entsprechenden Schuhen und zum Gürtel, passend natürlich dann zur jeweiligen Kleidung.

(5) Das Uhrwerk verspricht einiges. Ist jedenfalls schön in der Ansicht und auch aufwe(ä)ndig hinsichtlich seiner Details.

(6) Made in Germany ist ein internationaler und anerkannter Begriff aber "Watchmaking Glashütte", wie auf die Rückseite geprägt erinnert mich an "Hello Fraulein" in den Nachkriegsjahren. ("Fraulein" ist kein Tippfehler.) - Machen das die anderen Glashütter Firmen auch so? "Glashütte" steht ja auf dem Zifferblatt; wäre da nicht ein "Made in Germany" auf der Rückseite ausreichend gewesen? Zumal das auf dem Ziffernblatt auch steht. M. E. wertet das die Uhr ab. - Auch steht der Markenname Nomos ja gerade *nicht* für eine 175-jährige Tradition in Glashütte, sondern mehr für eine kurzlebige Marke für Importuhren. Siehe Wikipedia: "Von 1906 bis 1910 existierte die Nomos-Uhr-Gesellschaft, Guido Müller & Co., die Schweizer Uhren importierte und sie anschließend mit dem prestigeträchtigeren (und profitableren) Zusatz „Glashütte/Sachsen“ vertrieb." - Also da wäre vielleicht etwas mehr Zurückhaltung angebracht gewesen, indem diese "denglische" und unter Bezug auf 175 Jahre Beschriftung weggelassen worden wäre.

Ich will jetzt nicht im Negativen enden und so sage ich zusammenfassend: Dies ist eine interessante Uhr, die als Gesamtkomposition und nicht als Konglomerat zu sehen ist. Hervorgehoben sei das feine Manufakturwerk. Mit Vorstehendem wollte ich Denkanstöße geben, denen zu folgen, dem jeweiligen Leser obliegt.

Ewald

#4 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von fmattes 06.10.2020 07:54

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Die ursprüngliche Lambda mit dem 42mm Gehäuse wirkte am Handgelenk wegen des großen Zifferblattes und dem schmalen Gehäuse am Arm oft wie ein Pfannkuchen (machen sagten auch Tellermine). Deshalb hat NOMOS dann ja auch mit der 39er eine tragbarere Größe nachgelegt. Die limitierte Stahlversion liegt mit 40,5 mm jetzt dazwischen. Die Entscheidung für Stahl ist wohl dem Preispunkt und dem Market geschuldet, der im Moment ja nicht so gut läuft. Auch Moritz Grossmann und A. Lange & Söhne machen inzwischen auch Stahluhren. Mal sehen, ob die Lambda in Stahl auch den Weg in die Standardkollektion findet. Allerdings würde das die Käufer der jetzigen limitierten Modelle dann nicht erfreuen.
Die Lambda in Rosegold mit den blauen Zeigern gefällt mir sehr gut, sie hat eine schöne Ausstrahlung. Die Stahlmodelle wirken auf mich auf den Pressebildern sehr kühl. Der Eindruck verstärkt sich noch auf den Live Bildern der Journalisten und Lifestyle-Influenzer, die zur Vorstellung der Uhren in der ehemaligen katholischen Kirche in Glashütte eingeladen waren. Bei den dunklen Zifferblättern scheint das Glas auch arg zu spiegeln. Irgendwie springt da der Funke nicht über.
Die große Gangreserveanzeige ist natürlich das zentrale Element der Lambda. Hier will man natürlich zeigen, was das Werk kann. Die Lambda ist eben ein minimalistisch anmutendes Kunstobjekt, entweder man mag sie, oder eben nicht. Die Beschriftung „84 Stunden Gangreserve“ auf dem Zifferblatt ist als Gegengewischt zum „NOMOS Glashütte“ auf der linken Seite notwendig. Aber man hätte da natürlich auch „Made in Germany“ an diese Stelle schreiben können. Technisch gesehen ist allerdings die Aussage „84 Stunden Gangreserve“ schlicht falsch. Georges-Albert Berner definiert im Illustrierten Fachlexikon der Uhrmacherei, dem Standardwerk, die Gangreserve als „Zeit, während der eine Klein- oder Großuhr zwischen zwei Aufzügen über die normale Gangdauer hinaus (24 Stunden für Kleinuhren, 7 Tage für gewöhnliche Großuhren) noch laufen kann.“ Richtig müsste man also „60 Stunden Gangreserve“ auf das Zifferblatt schreiben. Der korrekte Ausdruck für die Zeit, die die Uhr bei Vollaufzug läuft, ist „Gangautonomie“ oder „Gangdauer“. Also hätte man korrekt „84 Stunden Gangautonomie“ oder „84 Stunden Gangdauer“ auf das Zifferblatt schreiben müssen.
Das „175 Years Watchmaking Glashütte“ ist natürlich dem internationalen Zielpublikum geschuldet. Da ist sicher englisch besser und „175 Jahre Uhrmacherei Glashütte“ geht schon allein wegen der drei „r“ in China gar nicht. Und natürlich ist die Geschichte von NOMOS jünger, aber man sieht sich eben in dieser 175-jährigen Tradition und nutzt das auch geschickt für das Marketing.

Eine kleine Randnotiz noch: auf den Bildern eines Journalisten im Netz ist zu sehen, das über der Eingangstüre der ehemaligen katholischen Kirche jetzt der Schriftzug „NOMOS GLASHÜTTE FORUM“ prangt.

#5 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von kdorn 06.10.2020 11:05

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@fmattes
Hallo ALL!
Das mit der ehemaligen katholischen Kirche in Glashütte ist richtig. Die Sächsische Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 08.09.2020 das Nomos dieses Gebäude übernommen hat. Es ist ein Bild des bereits renovierten Innenraumes abgedruckt, auf dem Uwe Ahrendt mit zwei Bauleuten zu sehen ist. Ich bin gespannt, wann Nomos es offiziell verkündet.
Viele Grüße
Karsten

#6 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von mex 06.10.2020 16:58

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@kdorn Klingt spannend, abwarten was NOMOS damit macht.

@fmattes VG vom Pfannkuchen für mich bleibt die Beschriftung "Gangreserve 84 Stunden" der größte Schwachpunkt.

Lambda_w004_kl.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

#7 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von MSB 06.10.2020 20:31

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Franz, Danke für Deine Ausführungen!

#8 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von Ewald 07.10.2020 09:55

@mex - Der Pfannkuchen sieht durchaus edel aus. Wie ich oben schon schrieb, muss die Uhr aus der Betrachtung der Gesamtkomposition heraus beurteilt werden. Jedoch der Aufdruck "Gangreserve" gehört berichtigt.

Mein letzter Satz in meinem obigen Beitrag endet falsch. Richtig muss er enden mit: ... , denen zu folgen alleinig im Ermessen des jeweiligen Lesers liegt. Ich bitte um Entschuldigung.

E.

#9 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von mex 07.10.2020 13:36

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Danke Ewald! Ich trage die Ladenhüter im Alltag gar nicht.
Die Auflage in ES wird den Absatz der Edelmetallmodelle weiter verschlechtern.
Ich vertraue da auf Karstens Spruch zur TH Monaco "vom Ladenhüter zur Ikone".

954_2_kl.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

#10 RE: Lambda jetzt auch in Edelstahl: NOMOS Lambda 175 Years Watchmaking Glashütte von Ewald 07.10.2020 14:37

@mex - Die sieht auch sehr edel aus. Egal ob Ladenhüter - tragen und sich dran freuen. Das Uhrwerk ist auch was Besonderes.

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