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#11 RE: Meine Bastelstube von MRo 04.03.2020 18:28

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Zitat von kdorn im Beitrag #7

Deine Laco-Sport tut es wieder. Ich habe sie revidiert, einen neuen Werkhaltering gedreht und das Glas gewechselt.



Einfach klasse, Karsten. Ein tolles Ergebnis !!!

#12 RE: Meine Bastelstube von kdorn 24.03.2020 17:57

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@Theo
Hallo Werner,
du hast angefragt, wie es in meiner Bastelstube weitergeht. Über Arbeit kann ich mich derzeit nicht beklagen. Hier ein paar Uhren, die zur Zeit in der Mache sind.

Da ist zum einen eine alte Morez-Uhr, die leider ohne das originale Pendel und die Gewichte ist. Sie läuft seit einigen Tagen mit einem provisorischen Pendel und mit den Gewichten einer alten Junghans-Wanduhr. Die Glocke habe ich abgebaut. Ich will vermeiden, dass alle Schlafenden in der Nacht im Umkreis von 50 Meter dreimal in der Stunde geweckt werden. Die Morez-Uhren haben eine Stundenrepetition serienmäßig um 2-3 Minuten nach dem Stundenschlag. Diese Uhren waren meist im Hausgang aufgehängt, damit sie auch im Stall oder der Scheune gehört wurden. Wenn man nicht sofort mitzählte, konnte man die Uhrzeit bei der Repetition mitzählen.

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Des Weiteren noch eine kleinere Morez, bei der das Schlagwerk nicht immer funktioniert.

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Die Tissot von ticker ist fertig, aber das Federhaus ist nicht zu retten. Ich habe ein neues komplettes originalverpacktes Federhaus in Neapel aufgetrieben, das aber erst Ende April geliefert wird. Bis dahin fasse ich sie nicht an.

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Das Hauptproblem ist im Moment meine eigene Bulova-Stimmgabeluhr. Sie tut nicht mehr. Ich hatte vor drei Jahren auf der Baselworld am Bulova-Stand den Vertriebsleiter kennengelernt. Wir kamen wegen der nicht mehr erhältlichen Batterien mit 1,35 Volt ins Gespräch und ich fragte ihn, ob ich das Servicemanual, das ich bei Herrn Schumann im Uhrenatelier in Glashütte gesehen hatte, käuflich erwerben könne. Er versprach dies zu prüfen und er hat Wort gehalten. Zwei Wochen nach der Messe kam es als CD kostenlos.

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Damit aber nicht genug, es haben sich schon zwei weitere Chronographen angekündigt.

Irgendwann berichte ich wieder.
...bis dahin
Viele Grüße
Karsten

#13 RE: Meine Bastelstube von Theo 25.03.2020 12:47

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@kdorn : dein Pensum ist beachtlich. Tu mal schön im Wechsel mit der Gartenarbeit !
Nach Morez mußte ich googlen. Riesensortiment an Wanduhren.
Wie alt ist denn deine Bulova ? Also ich kann mich erinnern, als 14jähriger war ich zum ersten Mal zur Leipziger
Frühjahrsmesse. Da lag in einer Vitrine im Messehaus Handelshof oder Specks Hof auf dem sehr eleganten Stand eines Uhrenherstellers
ein tortengroßes Uhrwerk einer neuartigen Stimmgabeluhr. Anders als bei deiner Bulova war dort eine richtige Stimmgabel unterhalb der beiden Spulen zu sehen.
Es ist über 50 Jahre her, aber ich meine es war ein richtiges 'U' lang nach unten. Welche Fa. das ausstellte weiß ich nicht mehr.

#14 RE: Meine Bastelstube von Theo 26.03.2020 21:40

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@kdorn : das von dir oben gezeigte Morez-Werk hab ich mir mal angeschaut.
Außer dem Läutwerk und der von dir genannten Repetition hat es doch auch noch eine Kalender/Datums-Funktion.
Oder wozu gibt es den Zahnkranz mit 31 Zähnen, der die Klinke mit der Rolle hebt ?

#15 RE: Meine Bastelstube von kdorn 26.03.2020 21:51

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@Theo
richtig beobachtet. Das vor dem Minutenrad liegende Rad hat 31 Zentrierungen für die Datumsanzeige. Das Datum schaltet einwandfrei innerhalb von ca. 1,5 Stunden. Das hat wohl früher niemanden gestört. Die kleine Morez hat diese Datumsanzeige nicht, dafür ist sie aber mit einer Weckfunktion ausgestattet, die aber nicht mehr funktioniert, zwei Teile fehlen und ich kann sie nicht nachfertigen.
Viele Grüße
Karsten

#16 RE: Meine Bastelstube von Theo 27.03.2020 08:23

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@kdorn : ... und alle Monate unter 31 Tage wurden dann von Hand korrigiert ?

#17 RE: Meine Bastelstube von kdorn 27.03.2020 09:49

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@Theo
Richtig, aber man musste nicht den Minutenzeiger z.B. 24 x umdrehen, sondern der Datumszeiger ließ sich um ein, zwei oder drei Tage vorstellen.
Viele Grüße
Karsten

#18 RE: Meine Bastelstube von kdorn 28.03.2020 17:22

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@Theo
Damit du die Stimmgabel besser siehst.
Ob ich das Werk wieder zusammengebaut bekomme ist fraglich. Kompliziert und sehr empfindlich. Bevor ich es versuche muss ich erst einige Seiten des englischen Repair-Manuals zum Teil übersetzen. Da ich die Uhr liebe, werde ich nichts überstürzen.
Alle vier Antriebszahnräder liegen zwischen den Schenkeln der Stimmgabel und können nicht von der Seite korrigiert werden.
Viele Grüße
Karsten

#19 RE: Meine Bastelstube von Theo 28.03.2020 20:48

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Ja, sieht man ja weiter oben in deinem Foto. Alle 4 unter einer Platine.
Na wenigstens die "Aufzugswelle" sieht aus wie richtiger Uhrenbau.
Ich wünsche dir gutes Gelingen ! und daß du sie uns dann bald zeigen kannst !

#20 RE: Meine Bastelstube von Wouter van Willigen 02.04.2020 20:59

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Zitat von kdorn im Beitrag #12

Da ist zum einen eine alte Morez-Uhr, die leider ohne das originale Pendel und die Gewichte ist. Sie läuft seit einigen Tagen mit einem provisorischen Pendel und mit den Gewichten einer alten Junghans-Wanduhr. Die Glocke habe ich abgebaut. Ich will vermeiden, dass alle Schlafenden in der Nacht im Umkreis von 50 Meter dreimal in der Stunde geweckt werden. Die Morez-Uhren haben eine Stundenrepetition serienmäßig um 2-3 Minuten nach dem Stundenschlag. Diese Uhren waren meist im Hausgang aufgehängt, damit sie auch im Stall oder der Scheune gehört wurden. Wenn man nicht sofort mitzählte, konnte man die Uhrzeit bei der Repetition mitzählen.



Lieber Karsten,

Nach dem Lesen deiner Wanduhrbeschreibung fing ich sofort zu träumen an. Es kamen Bilder mit auf dem Lande arbeitenden Bauern auf. In der Ferne hören sie die Uhr im Hausgang und sie wissen, daß es Zeit fürs Mittagessen ist ...

Das brachte mich auf diese wunderschöne persönliche Erinnerung:

Als ich 16 Jahre alt war habe ich einen Sommer lang bei meiner Oma in Heerde auf der Veluwe gewohnt. Gejobbt habe ich bei meiner Tante. Sie hatte eine Baumschule, die es noch immer gibt. Ich verdiente 5 Gulden die Stunde. Das waren 200 Gulden pro Woche, die mir bar in einer kleinen braunen Tüte von meiner Tante ausbezahlt wurden. Sie tat immer 5 Gulden oder weniger dazu; immerhin war ich ihr Kusin .

Die Arbeit war ok. Ziemlich monoton, viel alleine, aber draußen in der Sonne. Die Arbeit war verteilt in 2x 4 Stunden und es gab eine Pause von einer Stunde, damit wir zu Mittag essen konnten. Die Kirchuhr in Heerde schlägt alle Viertelstunden. Wenn sie 11.45 schlug machte ich mich langsam unterwegs zum Fahrrad. Und so fuhr ich jeden Tag zu Mittag zu meiner Oma, die superlecker kochen konnte. Ich wurde richtig verwöhnt, brauchte nicht abräumen oder abwaschen.
Am Freitag war Wochenmarkt, dann kaufte ich meiner Oma Blumen mit meinem Gehalt. Am Wochenende gingen wir zur Diskothek "de Stunt" in Epe. So habe ich einen Sommer lang im Rhytmus der "Hervormde kerk von Heerde" gelebt.


Meine Oma ist schon längst verstorben. sie hat meine beiden Kinder noch erlebt. Dafür bin ich sehr dankbar.
Und ich danke Dir, dass du mich in diesen unsicheren Zeiten zurück in diese kleine sichere Vergangenheit begleitet hast.

Liebe Grüße von Wouter

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