#1 Was heißt "Echtheitszertifikat"? von kdorn 08.11.2018 17:06

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Hallo,
ich habe eine Frage, die ich trotz intensiver Suche im Internet nicht beantwortet bekam:
Beim Kauf von Uhren der gehobenen Preisklasse wird von den Verkäufern oft erwähnt, dass alle Teile Original sind, teilweise wird ein sogenanntes Echtheitszertifikat ausgestellt.
Ich suche ständig nach Teilen der Original Heuer Monaco aus der Zeit um 1970, weil ich beabsichtige, mir eine zweite Uhr aufzubauen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Uhren mit aufgearbeiteten Zifferblättern als echt bzw. Original angeboten werden.
Ist nun eine Uhr mit aufgearbeiteten Zifferblatt als echt einzustufen? Das Zifferblatt wird auf der Unterseite sicherlich mit dem Hersteller (meist Fa. Singer) gekennzeichnet sein, aber die Vorderseite ist nicht Original.
Ich stelle dies hier mal zur Diskussion, weil hier von den Mitgliedern häufig gebrauchte wertige Uhren gekauft werden!
Viele Grüße
Karsten

#2 RE: Was heißt "Echtheitszertifikat"? von Cheops 08.11.2018 21:47

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Moin Karsten,

zwei Frage, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

a) Echtheitszertifikat

Es handelt sich um eine Art Garantie, die aussagen soll, dass sich jemand dafür verbürgt, dass eine Uhr einen bestimmten Zustand / Echtheit erfüllt. - Wert dieser Zusicherung? Nahe Null. Einen Vertrag geht der Zertifizierer mit dem Besitzer des Zertifikats nicht ein. Meistens stammt es natürlich vom Uhrenhändler - auch ohne ein Zertifikat gelten hier die in der EU geltenden Widerrufsrechte, Garantie- und Gewährleistungsbedingungen und ggf. Verjährungsfristen.

b) wann ist eine Uhr "noch" echt?

Schauen wir über den Tellerrand: Rolex tauscht bei einer Revision Teile aus, was der Besitzer zum Teil gar nicht möchte. Hinterher ist die Uhr natürlich unstreitig eine echte Rolex - aber eben nicht mit Teilen aus der Zeit (ggf, NOS-Zubehör verbaut?), evtl. auch nicht mehr im Auslieferzustand.

Gehen wir weiter und kommen auf Deine Problematik zurück: ein neu bedrucktes ZB: es ist original, aber aufgearbeitet. Die Uhr wird man also weiterhin als original bezeichnen können, wenn man aber hier darauf hinweisen sollte (da wertbeeinflußend), dass das ZB überabreitet wurde. Nicht original ist bei der Uhr dann ausschließlich ja die Farbe auf dem ZB. Dadurch bleibt die ganze Uhr aber echt, wenn auch "aufgearbeitet" oder besser noch "mit Neuteilen aufgearbeitet".

Wenn man das ganze weg von Heuer / Rolex / xxx sieht udn zu Nomos schaut:

bei eBay gibt es Einzelteile der Uhren - auch limitierter zu kaufen, daraus wird man schwerlich eine limitierte Uhr bauen können, da einfach immer etwas fehlen wird. Wenn man ALLE Einzelteile der Uhr (vor den Alpha Werken) zusammen gekauft hat, könnte an aus dieser Uhr eine nicht nachweisbare Frankenwatch erstekkt haben. Aber oft scheitert es an Gehäuse, Platine oder ähnlichem. Auch wird es bei Alphas auffallen, da zu jeder Uhr ein Werk mit eigener Nummer gehört.

Eine neuaufgebaute Heuer Monaco würde ich im Verkaufsfall auch so darstellen, da diese nicht so vom "Band" / aus der Werkstatt lief. Selbst wenn ausschließlich unverbastelte originale Neuteile verwendet wurden. Ob es ein interessierter Laie feststellen würde? Ich würde eine Nomos mit Stahlboden ohne Bedarf nicht öffnen ... könnte also auch ein fremdes 7001 verbaut sein ...

Gerrit

#3 RE: Was heißt "Echtheitszertifikat"? von kdorn 08.11.2018 22:00

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Hallo Gerrit,
vielen Dank für deine Aussagen.
Zum letzten Punkt: Es könnte auch ein Peseux 7000 oder 7010 oder 7011 sein !
Viele Grüße
Karsten

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